Egal, wie sehr wir etwas „verbockt“ haben – Gott kann wieder herstellen

Einmal Täter, immer Täter? Und können Straffällige, Opfer und die Gesellschaft in einen heilenden Umgang miteinander geführt werden? Die Kriminologin und Sozialpädagogin Angelika Lang meint Ja. Sie hat sich dieses hehre Ziel auf die Fahne geschrieben. Dabei geht sie komplett neue Wege, um spätere Rückfälle der Gefangenen möglichst zu verhindern. Mit einer solchen Denkweise ist Angelika Lang der Prototyp eines Stadtreformers.

Nur gesunde Beziehungen bringen Veränderung

Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich Gefangene durch die Verwahrung allein nicht positiv verändern. Eher im Gegenteil. Genau hier setzt Angelika Langs Organisation SET-FREE (www.set-free-network.de) an. Um aus dem Teufelskreis Kriminalität heraus zu finden, brauchen Gefangene schon während der Inhaftierung vertrauensvolle, stabile Beziehungen. Die Mitarbeiter fangen die Ex-Häftlinge auch nach der Entlassung auf und geben ihnen einen festen Halt. Ihr Erfolg gibt ihnen recht.

Gott geht es immer um Wiederherstellung

Ich bin sicher, Gott gibt uns solche Anregungen, um mehr Himmel auf Erden zu bringen. Wenn dieses göttliche Momentum auf unser eigenes Denken trifft, eröffnet sich eine neue Dimension kreativer Lösungsansätze. Es ist Gottes tiefes Anliegen, Menschen, Beziehungen, Dienste oder Nationen wiederherzustellen. Schließlich sind wir alle von ihm berufen, für diese Welt einen wertvollen Beitrag zu leisten. Selbst wenn wir uns in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert haben.

Gott hält auch an seiner Berufung für Deutschland fest

Gottes Gaben und Berufungen gereuen ihn nicht. (Römer 11,29) Das gilt auch für Deutschland als Nation. Das Klischee des nörgelnden deutschen Urlaubers zeigt nur unsere tiefer liegende Fähigkeit zur Optimierung. Wenn ich mit anderen Deutschen unterwegs bin, ist sofort klar, wo es etwas zu verbessern gibt. Meist packen wir – im übertragenen Sinne – gleich den Werkzeugkoffer aus. Jedenfalls finden wir Lösungen, wo andere Nationen noch nicht einmal danach gesucht haben. Das hat Vor- und Nachteile. Fest steht: Es ist eine zutiefst von Gott gewollte Berufung und Befähigung von uns.

Wir Deutschen suchen nicht die schnellen, oberflächlichen Lösungen. Vielmehr sind wir motiviert, Dinge grundsätzlich richtig und gut zu machen. Wie beim Thema regenerative Energie, zu dem wir exzellente Lösungen beisteuern können. Das entspricht auch Gottes Herzschlag: Was er tut, das tut er richtig.

Deutschland hat seine Gaben missbraucht

Mir ist bewusst geworden, welche Gnade wir haben, 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt worden zu sein. Wenn ich bedenke, in welchem Zustand Deutschland war; welche fatalen Verbrechen in unserem Land verübt und wo unsere von Gott gegebenen Gaben missbraucht worden waren: zu bauen, zu organisieren und zu leiten.

Wie ist es möglich, dass sich Deutschland derart schnell erholt, neu erfindet und wieder auf die Beine kommt? Es lag zerbombt im Schutt und Asche und musste zusätzlich noch mit 12 bis 16 Millionen Flüchtlingen zurecht kommen. Diese immense Zahl an Vertriebenen war nach Deutschland eingereist, obwohl sich unser eigenes Land in einem desolaten Zustand befand.

Nun bekommen wir sogar unsere Ehre als Nation zurück

Heute geht es Deutschland wirtschaftlich so gut wie nie zuvor. Der Haushalt ist ausgeglichen, die Beschäftigungsquote so hoch wie nie. Zudem haben wir inzwischen die Wiedervereinigung vor 25 Jahren verkraftet. Besonders beeindruckt mich, dass wir auch in Bezug auf unsere Ehre als Nation auf dem Weg der Wiederherstellung sind: Die Völkergemeinschaft erkennt Deutschland inzwischen wieder an und fordert uns sogar auf, erneut Führung zu übernehmen.

Gott lässt es zu, dass sich ein Land, das derart viel Leid – auch über sein auserwähltes Volk – gebracht hat, wieder aufrichtet und stark wird. Dies lässt mich Wiederherstellung auf einer tiefen Ebene verstehen. Es zeigt mir: Die Berufung Deutschlands bleibt bestehen. Wir haben wieder die Möglichkeit, unsere Gaben einzubringen und andere Nationen zu segnen. Dafür bin ich zutiefst dankbar.

Deutschlands Geschichte macht mir auch für jeden Einzelnen Mut

Auch in meinem Dienst als Coach von Führungskräften hat mir diese Erkenntnis sehr viel Mut gemacht: So zerbrochen ein Mensch, ein Dienst, eine Organisation auch immer sein mag – Wiederherstellung ist möglich! Oder noch deutlicher: Egal, wie sehr du es „verbockt“ hast, du hast eine Berufung! Wenn du es zulässt, stellt Gott dich, dein Umfeld und deinen Auftrag für diese Welt wieder her. Dieser Prozess entspricht zutiefst seinem Wesen. Er ist der Gott der Wiederherstellung. Er richtet die Gebeugten wieder auf, auch, damit sie in ihre Bestimmung kommen können.

Ich möchte Zeuge davon sein, dass Menschen so wieder aufgestellt werden. Dass sie z. B. nach Gefängnisaufenthalten nicht nur straffrei bleiben, sondern entsprechend ihrer Berufung ihr Leben konstruktiv gestalten. Das ist das Stadtreformer-Prinzip. Denn „wo die Sünde mächtig geworden ist, triumphiert die Gnade“ (Hebr. 5, 20).

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